Vor 70 Jahren – der schwerste Tramunfall in Basel

Der Tramunfall von Basel

Es war ein tragisches Ereignis, an das heute in der freien Enzyklopädie Wikipedia mit einem eigenen, längeren Eintrag erinnert wird. Titel: «Strassenbahnunfall von Basel».

Es war der 24. April 1947, ein Donnerstagmorgen. Um 6.29 Uhr fuhr ein Tramzug der Linie 4 (Be 2/2 198 + C2 333 (1133) + C2 285) vom Bahnhof auf den Aeschenplatz und dort mit zu hoher Geschwindigkeit – oder gar ungebremst – in die links abbiegende Weiche, durchfuhr die Haltestelle Aeschenplatz und kollidierte ausgangs Aeschenplatz frontal mit dem Anhänger eines entgegenkommenden Zugs der Linie 12 (Be 2/2 209 + 433 (1233)).

Der zweite Anhänger des Unglückzuges der Linie 4, ein leichter Mitteleinstiegswagen (C2 285), wurde aus den Schienen gehoben, um die eigene Achse gedreht, schlitterte quer über die Haltestelle und wurde in den Anhänger eines weiteren wartenden Tramzug der Linie 5 geworfen (Be2/2 103 mit C2 383 (1083); „Peitscheneffekt“).

Unglücklicherweise waren ausgesprochen viele Fahrgäste unterwegs: Sechs Menschen mussten auf der Traminsel ihr Leben lassen, weitere 36 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Szene auf dem Aeschenplatz muss grauenhaft gewesen sein.

Der spätere Strafprozess berücksichtigte viele Faktoren, die zu diesem schweren Unglück beigetragen haben: Fehlende Geschwindigkeitsmesser beim Unglücks-Motorwagen, mögliches, vorübergehendes Versagen der elektrischen Motorenbremse, veraltete Bremssysteme ohne Luftbremsung der Anhänger, veraltetes Rollmaterial mit schlechten Laufeigenschaften, besonders bei dem verunglückten Mitteleinstiegsanhänger. Der 26-jährige Wagenführer wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft mit Verweis auf die technischen Mängel des BVB-Trams freigesprochen. Das Unglück selbst führte zu einer Reihe betrieblicher und technischer Verbesserungen. (Quelle: TCB-Bulletin 8 & BaZ 22.04.2017/S.29; http://www.dampflok51.ch/archiv/basel/).

Das Tram-Museum der Region Basel wird die Geschichte des Basler Trams dokumentieren, auch Ereignisse, die sich hoffentlich nie mehr zutragen werden. Helfen Sie mit, dass unsere Stadtgeschichte in einem Museum erlebbar wird.